KULTURKRAFT-STUNDE: Donnerstag 18.03.2027, 19:00 UHR
DIETER ILG - DEDICATION
Solo-Kontrabass der Extraklasse
DER WELTKLASSE JAZZ-KONTRABASSIST IM COSY FORUM DES PS.SPEICHER
„Weder die Personen noch die Themen waren vorab wirklich geplant“, erzählt Ilg über den Entstehungsprozess seines Albums „Dedication“. So strukturiert und so schlüssig seine Widmungen auch klingen, so präsent bekannte Melodien sind, so sehr fußt doch alles auf Improvisation: „Ich liebe die Freiheit, das zu tun, was ich für richtig erachte. Leben aus der Bewegung. Kein unmittelbarer Zwang, der leitet, sondern die Versuchung des Moments, dem ich mich anheim gebe, während ich meinen Kontrabass sprechen lasse.“ Dieses akustische Grundgesetz Ilgs macht den Zauber von „Dedication“ aus.
Wer vor 2 Jahren die KULTURKRAFTTAGE-LATE NIGHT mit Till Brönner und Dieter Ilg auf der großen Bühne miterlebte weiß, worauf er sich in dieser Stunde im intimeren Setting des COZY FORUM zum Auftakt der diesjährigen KULTURKRAFTTAGE freuen kann: Spielfreude pur, melodisch tiefgründige Improvisationen, atemberaubende technische Perfektion, hautnah und direkt erfahrbar. Eine Stunde nur mit dem Kontrabass zu füllen und die Zuhörer dabei erfüllt mitzunehmen, das können und trauen sich nur eine Handvoll der ganz großen Kontrabassisten und Dieter Ilg darf man zu den wichtigsten Jazzkontrabassisten der Welt zählen. Nicht nur als begnadeter Instrumentalist, sondern vor allem, weil er mit den eigenen Projekten seine klassischen Wurzeln so schlüssig erforscht und in den Jazz überführt wie kein anderer.
Seine elektrisierende Vitalität, intelligente Neugier, technische Brillanz und totale Hingabe an den Moment brachten ihm internationale Reputation sowie drei ECHO-Jazz-Trophäen ein. Ob als Solokontrabassist, an der Seite von Thomas Quasthoff oder Till Brönner, mit dem er 2025 bei den KULTURKRAFTTAGEN im PS.SPEICHER begeisterte – ob mit seinem Trio in der musikalischen Begegnung mit Bach, Beethoven, Wagner, Händel oder Verdi: Dieter Ilg hebt Grenzen zwischen musikalischen Epochen und Genres auf und erschafft schlicht und einfach pure Musik.
„Ein Solo-Bass-Meisterstück der verführerischen und aufrührerischen Art.“
Dieter Ilg begann mit sechs Jahren auf der Geige, wechselte zur Bratsche und mit dreizehn zum Kontrabass. Nach Unterricht an der Musikschule Offenburg und bei Norbert Brenner, dem Solobassisten des SWF-Sinfonieorchesters Baden-Baden, studierte er von 1981 an klassischen Kontrabass an der Musikhochschule Freiburg. 1986 ging er mit einem Fulbright-Stipendium an die Manhattan School of Music in New York. Entdeckt und gefördert hatte ihn 1979 Joe Viera, in dessen Sextett er von 1981 bis 1984 spielte.
Es folgten das Randy Brecker Quintet und, seit 1991, das Mangelsdorff/Dauner Quintett. Mit Charlie Mariano bildete er ein Duo, das bis zu Marianos Tod 2009 bestand. Von 2006 bis 2011 gehörte er zu Till Brönners Band, seit 2013 spielen beide im Duo; 2018 erschien ihr Album „Nightfall“. Er arbeitete mit Thomas Quasthoff, Iiro Rantala und Sergei Nakariakov.
Mit seinem Trio, mit Rainer Böhm am Klavier und Patrice Héral am Schlagzeug, sucht er die Begegnung mit Bach, Beethoven, Wagner, Händel und Verdi. Die Alben „Otello“, „Parsifal“, „Mein Beethoven“, „B-A-C-H“ und „Ravel“ entstanden zwischen 2010 und 2022, 2025 folgte „motherland“ mit Till Brönner als Gast. „Dedication“ erschien 2022 zu seinem 60. Geburtstag. Für seine Arbeit erhielt Ilg dreimal den ECHO Jazz, 2011, 2014 und 2016. Von 1995 bis 1997 und von 2001 bis 2022 lehrte er Jazzbass und Ensemble an der Hochschule für Musik Freiburg.
Photos: ©Frank Stefan Kimmel / ©Till Brönner