Blaue Stunde: Samstag, 20.03.2027, 17:00 Uhr
MECHTHILD GROßMANN & CONSTANTIN HEISE
Texte & MUSIK zur Blauen Stunde
TEXTE
MUSIK
Der Cellist Constantin Heise spielt Bach: die zweite Cellosuite in d-Moll und zum Abschluss die sechste in D-Dur. Dazwischen steht das Grave aus der Sonate für Violoncello solo von Eugène Ysaÿe. Der Geiger aus Lüttich schrieb 1923 und 1924, noch unter dem Eindruck eines Bach-Konzerts des ungarischen Violinvirtuosen Joseph Szigeti, sechs Sonaten für Violine solo als modernes Echo auf den barocken Meister. Die Cellosonate entstand im selben Zusammenhang.
Von Bachs Cellosuiten ist keine Handschrift erhalten. Was Cellisten heute spielen, geht vor allem auf eine Abschrift seiner Frau Anna Magdalena zurück.
Johann Sebastian Bach Suite Nr. 2 d-Moll BWV 1008
Eugène Ysaÿe Grave aus der Sonate für Violoncello solo op. 28
Johann Sebastian Bach Suite Nr. 6 D-Dur BWV 1012
Mechthild Großmann und Constantin Heise treffen zu diesem Anlass erstmals zusammen, um Texte und Musik, eigens für die Blaue Stunde ausgesucht, miteinander zu verbinden.
Mechthild Großmann studierte Schauspiel in Hamburg. Sie war Ensemblemitglied am Theater Bremen, am Staatstheater Stuttgart, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspiel Frankfurt und arbeitete viele Jahre mit Pina Bausch zusammen. Sie wirkte u. a. in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Caroline Link und Elfie Mikesch mit. Zudem war sie Dozentin für Tanzgeschichte und Schauspiel an der Folkwang Universität in Essen.
Seit 2002 spielt sie die Staatsanwältin im Tatort Münster. 2007 erhielt sie den Darstellerpreis der Hessischen Theatertage. Sie wurde zudem 2015 und 2016 mit dem Kinderhörbuchpreis BEO für ihre Interpretation von Bertrand Santinis Geschichte Der Yark und für Anne Fines Tagebuch einer Killerkatze ausgezeichnet.
Z
Constantin Heise wurde 2001 in Frankfurt (Oder) in eine Musikerfamilie geboren und spielt Violoncello seit seinem sechsten Lebensjahr. Im März 2026 gewann er, ebenso wie der Klarinettist Joscha Kremsler, den Deutschen Musikwettbewerb und erhielt dazu einen Sonderpreis der Stadt Bonn. Den Wettbewerb hat der Deutsche Musikrat 1975 als nationalen Wettbewerb für klassische Musik gegründet; über seine Konzertförderung vermittelt er jedes Jahr mehr als 250 Konzerte und übernimmt dabei die Hälfte der Gage. Heise hatte er schon 2023 mit einem Stipendium ausgezeichnet und für die Saison 2024/25 in diese Förderung aufgenommen.
2024 wurde Heise in die Karajan-Akademie aufgenommen, an der die Berliner Philharmoniker seit 1972 ihren Nachwuchs ausbilden; zu ihrem fünfzigjährigen Bestehen war mehr als ein Drittel der Orchestermitglieder durch sie gegangen. Er studiert an der Hochschule für Musik und Theater München bei Julian Steckel.
Erste Preise gewann er 2016 beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und 2018 beim Musikwettbewerb Augustin Aponte auf Teneriffa. 2022 erreichte er als einer der jüngsten Teilnehmer das Halbfinale des Concours Reine Elisabeth in Brüssel. Als Solist debütierte er mit zehn Jahren bei der Filharmonia Zielona Góra und spielte seither unter anderem mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, der Jenaer Philharmonie und dem Orchestre royal de chambre de Wallonie. Er war beim Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Beethovenfest Bonn zu Gast, im Sommer 2024 als Solist in der Academy des Verbier Festivals.
Er spielt als Leihgabe ein Violoncello von Jean-Baptiste Vuillaume aus dem Jahr 1874. Vuillaume prägte um die Mitte des 19. Jahrhunderts den Geigenbau in Frankreich und baute seine Instrumente vor allem nach den Vorbildern Stradivari und Guarneri.
BÜHNENGESPRÄCH MIT MECHTHILD GROSSMANN UND CONSTANTIN HEISE. BEGINN: 16:00 UHR
Gefördert durch die Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb des Deutschen Musikrates und die GVL
Photos: Mechthild Großmann © …… / Constantin Heise © Peter Adamik